Piratengedanken

Hier findest du Piratengedanken von Mitgliedern. Dies sind allerdings keine offiziellen Positionen der Partei.

Kommentar: Rechtsstaat? Welcher Rechtsstaat?

Die letzten Wochen zeigen wieder Mal ein groteskes Bild des Grundrechtsverständnisses in der freien, fortschrittlichen, westlichen Welt in der wir leben. Die erschreckenden Parallelen zu einem nur wenige Jahrzehnte existenten Kleinstaates, in dem ich geboren wurde, jagen mir dabei kalte Schauer über den Rücken. Zu exemplarisch sind die Parallelen zwischen der gewaltsamen Behinderung freier Demonstrationen, der Generalüberwachung unzähliger Menschen und dem Wegsperren von Einzeln auf Grund ihrer potentiellen oder getätigten Enthüllungen. Was ich meine? Ein paar Stichworte: BDA, PRISM, Manning, Blockupy, Mollath.

In was für einer Gesellschaft wollen wir eigentlich in Zukunft leben? Einer von abstrakten Ängsten dominierten und von staatlicher Seite dauerüberwachten? Einer, in der Demonstrationen von Meinungen gegen etablierte, kritikwürdige Teile unseres Systems aus Pauschalvermutungen gestoppt und unter Missbrauch des Gewaltmonopols massiv beschränkt werden? Eine, in der einzelne Menschen kriminelle Vorgänge seitens der Wirtschaft, Militär und Verstrickungen zur Legislative aufdecken und dafür weg gesperrt werden? Konsumiere und gehorche? Soll das die freiheitliche, westliche Welt sein? Eine Mischung aus Orwells "1984" und Huxleys "Schöner neuen Welt" mit Anleihen diktatorischer Staatsmechanismen der Vergangenheit? Die offene Aushöhlung rechtsstaatlicher Prinzipien zur Eindämmung immer stärker aufkeimender sozialer Probleme? Geheimdienste aus dem In- und Ausland, die jeder Zeit unser komplettes Leben in seiner digitalen Form abschöpfen können?
 
Regierungen für die der gemeine Bürger nur noch Zahler und potentieller Gefährder ist, scheinen weltweit mehr und mehr an Bedeutung zu gewinnen. Maßnahmen, die im geheimen gestartet und bei Veröffentlichung toleriert werden, begegnen uns monatlich neu. Freiheitliche Rechte, die sich über Jahrhunderte erkämpft wurden, werden nun in Jahrzehnten sehenden Auges wieder abgebaut. Ist das wirklich die Gesellschaft in der wir in Zukunft leben wollen? Ich hoffe nicht!

Kommentar: Sieht so die Zukunft der Grünen in Hessen aus?

Daniel Mack, Baujahr 1986, Mitglied der Landtagsfraktion der Grünen in Hessen und dortiger Sprecher für Sport und Netzpolitik. Mack, der Twitter-Rebell. Mack, der Pirat unter den Grünen? Ganz sicher nicht! Ich kenne Herrn Macks Leidenschaft, sich mit uns Piraten zu beschäftigen, gerne auch Tweets oder Blogbeiträge über uns zu verfassen und das ist völlig in Ordnung. Die letzte größere Mack-Veröffentlichung zur Piratenpartei fand am 2. April in seinem Blog unter dem Titel "Ahoi? Das Piratenschiff sinkt!" statt. Dass Mack einseitig, undifferenziert und offensichtlich ohne jedwede Recherche über seine Annahmen berichtet, sei einmal dahingestellt und habe ich bereits via Kommentar entlarvt. Viel interessanter allerdings zeigt sich die Entwicklung des virtuellen Gesprächs.

Grundregeln der Markwirtschaft (oder: Warum wird ein Bier teurer, wenn der Wirt seine Kneipe renoviert)

Piratengedanken sind Meinungen von Mitgliedern, die keine offiziellen Positionen der Piratenpartei Groß-Gerau darstellen.

Polemik ist schon immer ein probates Mittel gewesen, um Bürger aus ihrer Lethargie zu reißen und das Interesse auf Randthemen zu lenken. So hat es Herr Ramsauer auch prompt wieder auf die Titelseiten der Boulevardblätter und in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit gebracht als er den Verdacht äußerte, die Bahntickets könnten eventuell teurer werden, wenn sich das Land und die Stadt nicht im erwarteten Maße an den Kosten für Stuttgart21 beteiligen würden.

Natürlich zahlt im Endeffekt der Bürger die Kosten, das tut er aber auch, wenn Bund, Land und Stadt die gesamten Baukosten übernehmen würden, denn woher sollen denn die Milliarden kommen, wenn nicht direkt aus der Tasche des Bürgers ? Der Bund als alleiniger Anteilseigner der Bahn könnte direkt die Kosten übernehmen und die Kosten direkt oder indirekt aus den Steuertöpfen bezahlen, dafür würde aber das Geld dann an anderer Stelle fehlen oder der Bürger müsste Steuererhöhungen hinnehmen. Das wäre aber ungerecht denen gegenüber die die Bahn gar nicht nutzen. Stadt und Land könnten aber auch auf den Ausgabendeckel bestehen und die Mehrkosten die Bahn tragen lassen, diese wird selbstverständlich die Kosten (und nicht nur die Mehrkosten) über den Ticketpreis von den Bahnnutzern wieder hereinholen. Das wäre dann gerecht, denn wer die Bahn nutzen möchte, der zahlt dafür.

Transparente Lippenbekenntnisse im Hessischen Landtag

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 „Wir sind grundsätzlich für die Veröffentlichung der Einkünfte auf Euro und Cent, da dies für die Bürgerinnen und Bürger die beste Möglichkeit  ist, sich über die Nebentätigkeiten der Abgeordneten zu informieren", erklärt der innenpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Jürgen Frömmrich, heute in einer Pressemitteilung. In den transparenten Reigen fügte sich auch direkt der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Günter Rudolph ein. So begrüße er die Initiative der Grünen in ihren Grundsätzen: "Die SPD setzt sich seit langem für schärfere Transparenzregeln bei der Offenlegung von Nebeneinkünften von Abgeordneten ein. Die Nebeneinkünfte der SPD-Abgeordneten sind bereits jetzt auf der Webseite der SPD-Landtagsfraktion einsehbar." Selten war es so einfach Wahlkampfgetöse zu entlarven, findet übrigens auch der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Holger Bellino, laut einem Bericht von hr-Online, allerdings erwartungsgemäß aus absurden Gründen.

Sehr geehrter Herr Altmaier, sehr geehrter Herr Rösler: FrackOff!

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Deutschland ist gerettet! Endlich verheißungsvolle Mengen günstigen Erdgases aus eigenen Landen! Energie wohin das Auge blickt, dank der wundervollen Technik des Frackings! Fracking? Kennen Sie gar nicht? Dann lassen Sie mich kurz erklären.

Als Fracking wird eine Methode zur Förderung von Erdgas und Erdöl aus Gestein bezeichnet.  Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand in das Gestein gepresst, um es aufzubrechen (daher auch der Name Fracking) und das Gas und Öl zu lösen. Tatsächlich ist diese Methodik schon gute 70 Jahre alt, allerdings erst seit wenigen Jahren wirtschaftlich zu betreiben und findet in den USA bereits Anwendung. Nun soll auch innerhalb der Europäischen Union großflächig mit dem Fracking begonnen werden. Vor allem Polen steht im Fokus. Aber auch in Deutschland haben sich Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Altmaier laut Presseberichten gestern auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der das Fracking möglich machen soll.

LTW-Special: Das Privileg sich Gedanken über Lösungen machen zu können

Piratengedanken sind Meinungen von Mitgliedern, die keine offiziellen Positionen der Piratenpartei Groß-Gerau darstellen.

Ein Bericht von Nicole Seiler, Markus Drenger und André Hoffmann

Im Zuge der seit fast einem Jahr andauernden Aktion "Landtagswatch" (LTW) der Piratenpartei Hessen war ein gutes Dutzend Piraten am 23.01.2013 zu Besuch bei der Landtagsfraktion von Bündnis '90/Die Grünen. Wie schon bei ähnlichen Veranstaltungen mit der Fraktion Die Linke und dem Mitglied des Bundestages Gerold Reichenbach (SPD), galt es sich über den typischen Tages- und Arbeitsablauf von Abgeordneten zu informieren. Als Gastgeber und bereitwillige Antwortgeber standen diesmal Kordula Schulz-Asche, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Sozial-, Gesundheits- und Kinderpolitik, sowie Mathias Wagner, parlamentarischer Geschäftsführer und bildungspolitischer Sprecher, der grünen Fraktion zur Verfügung.

Amazon ist nur ein Symptom

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Die Reportage "Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon" des Hessischen Rundfunks rückt dankenswerterweise mal wieder mehrere gesellschaftliche Probleme ungeschönt in unseren Fokus. Die Ausnutzung von falsch gestalteter Arbeitsmarktpolitik seit der Agenda 2010, die schweigende Hinnahme von rechtsradikalen Strukturen, die Auswirkungen einer unsäglichen Geizmentalität, der verachtenswerte Blick auf Menschen als Humanressource und die kurzfristige, folgenlose Empörtheit der Gesellschaft.

HP tötet Standort Rüsselsheim

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Wie ein Blitz aus heiterem Himmel verkündete Hewlett-Packard heute die komplette Schließung des Standorts Rüsselsheim und besiegelt damit das Schicksal von über 1100 Arbeitnehmern des globalen IT-Dienstleisters spätestens zum 31. Oktober 2013. Die Form der Verkündung verlief wie üblich, die ersten Informationen kamen über die Presse, dann erst wurden die Mitarbeiter informiert. Natürlich sorgsam gewählt an einem Freitagnachmittag, wo viele der Kolleginnen und Kollegen bereits in ihr wohlverdientes Wochenende gegangen waren. Die Wahl einen kompletten Standort zu schließen, um den Abbau-Vorgaben der amerikanischen Führungsriege rund um Ex-eBay-Chefin Meg Whitman Genüge zu tun, ist dabei nicht fraglich, sondern liegt aus Sicht des deutschen Managements auf der Hand. In Deutschland ist der Weg einer kompletten Betriebsschließung der kostengünstigste und effizienteste für eine Massenentlassung. Kompetenzen, Arbeitsauslastung, Servicequalität, Neugeschäft, all das spielt hierbei keine Rolle für die Excel-Akrobaten aus den oberen Etagen.

Rot-Schwarzer Schulterschluss im Fluglärmstreit

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Rechtzeitig zum Startschuss des SPD-Wahlkampfs um die Macht im hessischen Landtag unter dem Motto "Auf den Wechsel. Fertig. Los!" haben die Sozialdemokraten ein Gutachten zu den rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten bezüglich der Fluglärmbelastung durch den Frankfurter Rhein-Main Flughafen veröffentlicht. Fazit: Auch eine neue Landesregierung hätte keine rechtliche Handhabe, der justizielle Weg ist erschöpft. Eine behagliche Position für SPD und CDU. Während sich die Christdemokraten in ihrem Vorgehen bestärkt sehen, hat sich die hessische SPD damit eine Komfort-Zone erarbeitet. Selbst wenn sie die nächste Landesregierung stellen würden, könnten sie gar nicht so viel machen. Außer mit dem Flughafenbetreiber Fraport sprechen und dies macht die SPD laut eigenen Angaben bereits: Freiwilliger Konsens, wenn Fraport das möchte. Der Legislative sind also die Hände gebunden, es sind keine gesetzlichen Initiativen möglich. Alternativlos!

430 Millionen rechte Socken neben dem wahlerzwungenen Merkel-Effekt

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Gute zwei Wochen hat das Jahr 2013 bereits schon wieder hinter sich gelassen. Zweitausenddreizehn, das SUPER-Wahljahr! Landtagswahlen in Niedersachsen, Bayern, wahrscheinlich Hessen und natürlich die Bundestagswahl. Schwarz-Gelb sitzt sowohl bei uns in Hessen als auch im Bund an den Hebeln und lässt Freudiges erwarten. Ein kurzer Abriss nach 16 Tagen.
 
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